Bundespräsident fängt erschüttertes Systemvertrauen auf

Zwei gegenläufige Entwicklungen in der Bewertung der Demokratie in Österreich spiegeln die innenpolitischen Ereignisse des Jahres 2019:
Vertrauen in das politische System ist gesunken, Vertrauen in die Person des Bundespräsidenten hingegen gestiegen.Das politische System funktioniert aktuell für deutlich weniger Menschen als im Jahr 2018: Waren damals noch beinahe zwei Drittel (64%) der Ansicht, dass das politische System in Österreich gut funktioniert, gilt dies aktuell für nur mehr rund die Hälfte (51%).

Zum anderen ist das Vertrauen in den Bundespräsidenten gestiegen: vergangenes Jahr vertrauten ihm 58% der Menschen, 2019 sind es 67%.

  • Diese Entwicklung fällt unter den ÖVP-WählerInnen und im ökonomisch stärksten Drittel der Bevölkerung – also jenem, in dem autoritäre Einstellungen zugenommen haben – besonders stark aus.

SORA-Geschäftsführer Günther Ogris: „Es spricht für die Stärke unserer Demokratie, dass ein Sinken des Vertrauens ins politische System durch einen Anstieg des Vertrauens in den Bundespräsidenten ausgeglichen werden kann. Die Regierungskrise in Folge des Ibiza- Skandals hat beim ökonomisch stärksten Drittel den Wunsch nach starken Führungspersönlichkeiten verstärkt, beim ökonomisch schwächsten Drittel den Rückzug aus der Politik fortgesetzt.“

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